Die Wiege des Obstbrennens liegt im alemannischen Raum. Das große Angebot an Kirschen, Zwetschgen und anderem Steinobst sowie Äpfeln und Birnen im Rheintal und an den Ausläufern des Schwarzwaldes brachte die Obstbauern auf den nahe liegenden Gedanken dieses Obst auch zu alkoholischen Getränken zu verarbeiten. Wann es zum ersten Mal einem Schwarzwälder gelang aus heimischen Früchten eine trinkbare Kostbarkeit herauszudestillieren, weiß man nicht genau. Aber wahrscheinlich gab es erste Obstbrände schon im 30-jährigen Krieg. Anfangs wurde der gewonnene Alkohol nur als Arznei verwendet und verkauft.
Die Rechnung ging auf, das Obstbrennen verbreitete sich bald in ganz Mittelbaden und bis heute ist die mittelbadische Ortenau eine Brennerhochburg geblieben.
Reifes sauberes Obst sowie saubere Behältnisse für Maische und Destillate sind Voraussetzung für gute Qualität. Je höher der Alkoholgehalt, desto niedriger ist der Siedepunkt der Maische (76 – 90 Grad). Auf eine saubere Gärung ist besonders zu achten. Regelmäßiges Durchstoßen der Maische während der Gärung und gleich bleibende Temperaturen von 15 – 20 Grad Celsius in den Gärräumen ersetzen jegliche chemische Zusatzstoffe.
Das eigentliche Brenngerät kann eingemauert oder freistehend sein und besteht aus:
- Destillierblase (höchstens 150 Liter)
- Helm
- Überkochvorrichtung
- Geistrohr
- Kühler.
Das Brenngerät besteht hauptsächlich aus Kupfer oder Edelstahl. Das Kupfer ist maßgeblich für ein gutes Aroma des Destillats.
Zur Feuerung stehen Holz, Öl, Gas oder Strom zur Verfügung.
© Richard Vogt 2007