Bedingt durch die christliche Rückeroberung der spanischen Halbinsel 1000 – 1100 nach Christus sowie Handelskontakte mit dem byzantinischen Reich gelangte antikes und arabisches Wissen nach Unteritalien. Die Gelehrten der damaligen Zeit, Mönche und die so genannten Alchemisten beschäftigen sich mit der Produktion von hochprozentigen Alkoholika. Sie waren bemüht, den Stein der Weisen – das „Aqua Vitae“, oder die „die Quintia Essentia“ zu erfinden. Unter Zuhilfenahme solcher Gerätschaften konnte man bei vorsichtiger Betriebsweise an einem Tag aus 10 bis 15 Litern Wein ca. 1 Liter Destillat mit ca. 50 % Vol. herstellen. Somit könnte behauptet werden, dass die destillierenden Alchemisten der damaligen Zeit die ersten Kleinbrenner waren.
In der Zeit um 1550 war es mit verbesserten Geräten möglich große Mengen an alkoholischen Destillaten herzustellen. Natürlich praktizierte schon damals die jewei-lige Herrschaft die Besteuerung dieser Produkte.
Da der Grundstoff Wein nur in den südlichen Regionen Europas in ausreichender Menge vorhanden war, wurde im Norden ab dem 15. Jahrhundert schon Obst und Getreide als Rohstoff verwendet.
Vom 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit wurde die Masse des Landes durch die aus den Feudalgütern hervorgegangenen Gutsbetrieben bewirtschaftet. In den Regionen, in denen durch die Erbteilung überwiegend bäuerliche Kleinbetriebe dominierten, förderte man die Landwirtschaft. Durch höchst herrschaftliche Erlaubnis durften Feldfrüchte zu Branntwein verarbeitet werden. So erlaubte der Bischof von Straßburg, Kardinal Armand I. Gaston Maximilian de Rohan – Soubise im Jahre 1726 sämtlichen Einwohnern und bäuerlichen Untertanen des Amtes Oberkirch das Brennen von Kirschen zum Eigenverbrauch.
© Richard Vogt 2007